Souverän mit juristischer Terminologie: Mehrsprachig verhandeln, beraten, gewinnen

Wer „consideration“ einfach als Gegenleistung übersetzt, greift zu kurz: Das Konzept ist im Common Law vertragserheblich, im Zivilrecht anders verankert. Begriffsäquivalenz prüft Funktion, Systemstelle und Rechtsfolgen, bevor ein passendes Zielwort überhaupt in Betracht kommt.

Vertragsrechtliche Schlüsselbegriffe im direkten Vergleich

„Warranty“ ist nicht automatisch „Garantie“. Im deutschen Recht unterscheidet man Gewährleistungsrechte von einer freiwilligen Garantie. In Common-Law-Verträgen sind „warranties“ Zusicherungen eigener Qualität mit Rechtsfolgen. Prüfen Sie Rechtsfolgen, Beweislast und Ausschlussmechanismen vor jeder Übersetzung.

Vertragsrechtliche Schlüsselbegriffe im direkten Vergleich

„Force majeure“ ist kein Freibrief. Definitionen variieren: ICC-Klauseln 2020, branchenspezifische Listen, pandemiebezogene Ergänzungen. Im deutschen Kontext verlangt „höhere Gewalt“ Unvorhersehbarkeit und Unabwendbarkeit. Verankern Sie Kausalität, Mitteilungspflichten und Anpassungsrechte präzise, statt vage Generalklauseln zu kopieren.

Strafrechtliche Terminologie: Verfahren, Schuldformen, Verständigung

Zwischen Beschuldigtenstatus, Anklageerhebung und formeller „indictment“ liegen prozessuale Welten. Missverständnisse gefährden Verteidigungsstrategien. Präzise Terminologie schützt Fair-Trial-Rechte nach Art. 6 EMRK, erleichtert Akteneinsicht, und verhindert, dass Befragungen oder Beweisanträge verspätet oder falsch adressiert werden.

Strafrechtliche Terminologie: Verfahren, Schuldformen, Verständigung

Die Verständigung nach § 257c StPO ist nicht identisch mit dem Plea Bargain. Sie ist rechtlich eingehegt, protokollpflichtig und unterliegt gerichtlicher Kontrolle. Übersetzen Sie nicht nur Wörter, sondern Regeln: Transparenzanforderungen, Bindungswirkung und Widerrufsmöglichkeiten gehören in jede Terminologie-Notiz.

Gerichtsdolmetschen und präzise Protokollierung

Aussagen wie „to take the Fifth“ sind kontextgebunden. Übertragen Sie Funktionsäquivalente, nicht wörtliche Bilder. Erfragen Sie bei Unklarheiten gerichtliche Klarstellung, dokumentieren Sie die Erläuterung im Protokoll und sichern Sie so, dass niemand durch kulturelle Missverständnisse prozessuale Nachteile erleidet.

Gerichtsdolmetschen und präzise Protokollierung

Ein lebendes Glossar mit Fallbezug ist Gold wert. Für Videotermine definieren Sie vorab Sprecherbezeichnungen, Dateinamen und Terminologiestandards. Eine klare Notationsmethode verkürzt Reaktionszeiten, sichert Konsistenz, und erleichtert später die Nacharbeit für Schriftsätze und Übersetzungs-Reviews im Team.

Termbanken und Standards

Richten Sie eine zentrale Termbank ein, mit Verantwortlichen, Quellenangaben und Freigabeprozessen. TBX-Formate, ISO-Referenzen und Versionskontrolle erhöhen Nachvollziehbarkeit. Verknüpfen Sie Begriffe mit Klauselbeispielen, um juristische Funktion statt bloßer Definition transportieren zu können.

Übersetzungsspeicher und Qualitätssicherung

Translation Memories, Terminologieprüfung und Regex-basierte Checks fangen Inkonsistenzen auf. Erstellen Sie Stil- und Rechtskreisprofile, um je nach Mandat automatisch passende Varianten vorzuschlagen. Messen Sie Terminologie-Treffer und bauen Sie auf wiederholbare, auditierbare Qualität.

Governance und kontinuierliche Pflege

Bestimmen Sie klare Rollen: Ersteller, Prüfer, Freigeber. Aktualisieren Sie Einträge nach Gesetzesnovellen und Leitentscheidungen. Kommunizieren Sie Änderungen proaktiv im Team, sodass Schriftsatzvorlagen, Vertragsmuster und Trainingsmaterial synchron bleiben und niemand mit überholten Begriffen arbeitet.

„Escrow“ ist nicht irgendein Konto

Im Closing-Entwurf wurde „escrow“ vage als Treuhandkonto beschrieben. Unklar blieb der Freigabemechanismus. Nach gezielter Terminologiearbeit mit Beispielen und Diagrammen klärten wir Bedingungen, Mitteilungen und Drittrollen – der Konflikt löste sich in einer Stunde statt in Wochen.

Bilinguale Signatur und Behördenkommunikation

Unterschiede bei „power of attorney“, Beglaubigung und Apostille führten zunächst zu Rückfragen. Eine zweisprachige Checkliste mit präziser Terminologie verkürzte die Bearbeitung, stärkte Vertrauen und half, Fristen einzuhalten. Das Team übernahm die Liste dauerhaft in sein Compliance-Handbuch.
Mradka
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