Mit Sprache heilen: Kompetenzen für Gesundheitsfachkräfte
Sprache am Krankenbett: Vertrauen in der ersten Minute
Wenn wir „Myokardinfarkt“ sagen, versteht ein Teil der Patientinnen und Patienten wenig. Sagen wir „Herzinfarkt“, wird das Bild klar. Eine Oberärztin erzählte, wie ein älterer Mann erst nach einfacher Erklärung ehrlich seine Angst teilte.
Sprache am Krankenbett: Vertrauen in der ersten Minute
Blicken, nicken, paraphrasieren: „Ich höre, dass die Schmerzen seit gestern stärker sind, stimmt das?“ Kleine Pausen ermöglichen Details. Fragen Sie nach Prioritäten: „Was bereitet Ihnen heute am meisten Sorge?“ Laden Sie Lesende ein, ihre Lieblingsfrage in den Kommentaren zu teilen.
Fachterminologie verständlich machen
Vom Fachbegriff zur Alltagssprache
Statt „Hypertonie“ sagen: „Ihr Blutdruck ist dauerhaft zu hoch; das belastet Herz und Gefäße.“ Ein kurzer Zusatz erklärt das „Warum“. Teilen Sie Ihre besten Umformulierungen, damit Kolleginnen und Kollegen sie sofort übernehmen können.
„Die Lunge ist wie ein Schwamm, der Sauerstoff aufnimmt.“ Solche Bilder bleiben. Ein Anästhesist erklärt Narkose als „Tiefschlaf mit ständiger Überwachung“. Fragen Sie Ihre Patientinnen und Patienten, welches Bild ihnen hilft, und sammeln Sie Lieblingsvergleiche hier im Blog.
Bitte um Wiederholung in eigenen Worten: „Können Sie kurz sagen, was Sie morgen tun werden?“ So prüfen Sie Verständnis ohne zu testen. Viele berichten, dass dadurch vergessene Details rechtzeitig auffallen. Abonnieren Sie, um Checklisten zum Mitnehmen zu erhalten.
Starten Sie mit offenen Fragen: „Gibt es etwas, das wir aus kulturellen Gründen beachten sollten?“ So entsteht Raum für Bedürfnisse. Eine Hausärztin erlebte, wie eine kleine Anpassung der Besuchszeit das Vertrauen einer ganzen Familie stärkte.
Interkulturelle Kommunikation im Klinikalltag
Vermeiden Sie Kinder oder Nachbarinnen als Übersetzende. Professionelle Dolmetschdienste sichern Genauigkeit und Diskretion. Bereiten Sie Kernbotschaften in kurzen, klaren Sätzen vor. Teilen Sie uns mit, welche Dolmetsch-Formate in Ihrer Einrichtung funktionieren.
Schwierige Gespräche souverän führen
Schlechte Nachrichten strukturiert überbringen
Vorbereiten, fragen, was bekannt ist, verständlich informieren, Pausen halten, Emotionen benennen, nächste Schritte vereinbaren. Ein Onkologe berichtete, wie dieses Sechs-Schritte-Vorgehen ihm hilft, Halt zu geben, ohne Hoffnung unrealistisch zu machen.
Deeskalation mit respektvollen Ich-Botschaften
Beschreiben Sie Beobachtungen ohne Zuschreibung: „Ich sehe, dass die Wartezeit belastend war.“ Bieten Sie konkrete Optionen an. Eine Notaufnahme berichtete, dass klare Ich-Botschaften spürbar die Zahl eskalierender Situationen senken.
Empathische Grenzen setzen
Mitfühlen ja, ausbrennen nein. Formulierungen wie „Ich bin für Sie da, gleichzeitig brauche ich jetzt zwei Minuten, um Medikamente zu sichern“ verbinden Fürsorge und Sicherheit. Teilen Sie Ihre praxistauglichen Sätze als Inspiration für Kolleginnen und Kollegen.
Teamkommunikation und sichere Übergaben
Mit Situation, Hintergrund, Einschätzung und Empfehlung sprechen alle dieselbe Struktur. Es entsteht Klarheit in wenigen Sätzen. Probieren Sie eine einheitliche Karte für jedes Bett aus und berichten Sie, wie sich Ihr Übergabestress verändert.
Eine Frage pro Tag, ein neues Bild, eine bessere Erklärung: So wächst Ihr Repertoire stetig. Hängen Sie Mini-Karten an die Stationstafel und feiern Sie jede gelungene Formulierung. Teilen Sie Ihre besten Ideen mit der Community.
Sprachtraining, das im Alltag wirkt
Üben Sie heikle Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen. Vereinbaren Sie klare Beobachtungskriterien: Verständlichkeit, Empathie, Struktur. Kurzes, konkretes Feedback wirkt stärker als lange Listen. Möchten Sie unsere Übungsskripte? Abonnieren Sie und erhalten Sie Zugang.